Für einen individuellen Ausdruck passen Sie bitte die Einstellungen in der Druckvorschau Ihres Browsers an. Regelwerk |
LASI-Veröffentlichung (LV) 53 - Handlungsanleitung für die Marktüberwachung im Bereich 11. GPSGV
Hinweise für die Beteiligten am Marktgeschehen
Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI)
Vom 14. Oktober 2010
(Quelle: lasi-info.com)
Vorwort
Die Länder verfolgen das Ziel, die Marktüberwachung in Deutschland zu koordinieren und länderübergreifend einheitlich umzusetzen. Diese Handlungsanleitung dient dazu, die Voraussetzungen für einen einheitlichen Vollzug der Marktüberwachung von Produkten nach der Explosionsschutzverordnung (11. GPSGV) auf der Grundlage der LASI-Veröffentlichung "Handlungsanleitung für der Ausführung der Marktüberwachung in Deutschland" (LV 36) zu schaffen. Dabei werden u.a. die auf europäischer Ebene getroffenen Regelungen und Beschlüsse des Ständigen Ausschusses zur Richtlinie 94/9/EG, der ATEX-ADCO-Gruppe sowie des Arbeitsausschusses Marktüberwachung (AAMÜ) zugrunde gelegt.
Sie dient nicht der Auslegung der 11. Verordnung sondern soll ein einheitliches Verfahren der Marktüberwachungsbehörden der Länder bei ihren Vollzugsaufgaben sicherstellen. Weiterhin soll damit auch eine inhaltliche Konkretisierung des allgemeinen Konzepts der Marktüberwachung erfolgen.
Schwerpunkte dieser Handlungsanleitung sind neben der Darstellung der Kontrolltätigkeiten, eine Hilfestellung zur Zuordnung bzw. Kennzeichnung von elektrischen und nicht- elektrischen Geräten, Baugruppen, Schutzsysteme, Sicherheitsvorrichtungen, Komponenten und deren Kombinationen.
Mit dieser Darstellung werden gleiche Maßstäbe an die Beurteilung der Sicherheit der Produkte nach der 11. GPSGV gestellt und die bewährten Instrumente einer effektiven Marktaufsicht in Deutschland weiterentwickelt.
Steffen Röddecke Vorsitzender des Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik | Dr. Wolfgang Weinrich Vorsitzender des Arbeitsausschusses Marktüberwachung |
1 Marktüberwachung im Bereich der 11. GPSGV
Bezüglich der Durchführung der Marktüberwachung wird auf die LV 36 [4] verwiesen. Die Marktüberwachung sollte insbesondere erfolgen bei
1.1 Kontrollen bei Herstellern/Einführern und Händlern
Für die Kontrollen kommen insbesondere Inverkehrbringer folgender Produkte im Sinne der Richtlinie 94/9/EG in Frage:
1.2 Sichtung von Katalogen einschließlich Recherche im Internet
Möglichkeiten der Einholung von Informationen über Angebote von Produkten sind über Kataloge und insbesondere über das Internet gegeben. Hier können gezielt Nachfragen beim Anbieter zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen erfolgen (z.B. Nachfrage nach Kategorie und Konformitätserklärung gemäß Richtlinie 94/9/EG)
Werden Unstimmigkeiten festgestellt, die eine Nichtkonformität vermuten lassen, können entsprechend § 8 Abs. 8 GPSG Proben genommen und diese näher untersucht werden.
Geeignete Suchbegriffe für die Ermittlung von Inverkehrbringern sind z.B.: "ATEX", "ATEX-Ausführung",
"explosionsgeschützt""exgeschützt", "ex geschützt"
"ex" in Verbindung mit der Angabe der Produktgruppe (z.B. siehe 2.1) bzw. einzelner Produkte wie "Schalter", "Thermometer", "Elevator" usw.
Zur Einschränkung der Suche kann zusätzlich "Kategorie 1", "Kategorie 2", "Kategorie 3", oder "Zone 0", "Zone 1 ", "Zone 2", "Zone 20", "Zone 21, "Zone 22" eingegeben werden.
Die Suche kann direkt über Suchmaschinen erfolgen. Alternativ kann auch gezielt in Branchenverzeichnissen gesucht werden.
Beispiele für Branchenverzeichnisse mit ATEX-Produkten:
www.vdmaproducts.com
www.pro-4-pro.com | www.chemietechnik.de
www.process.vogel.de |
1.3 Kontrollen im Betrieb
Da viele Geräte nicht am Markt vorrätig sind, sondern lediglich nach individueller Bestellung direkt an den Kunden ausgeliefert werden, sind die Produkte häufig nur am Einbau- bzw. Einsatzort anzutreffen. Daher kommt der Marktüberwachung bereits in Verkehr gebrachter und ggf. schon in Betrieb befindlicher Produkte im Zusammenhang mit der behördlichen Abnahme / Begehung einer neuen oder geänderten Anlage oder einer Betriebsrevision durch die sowohl für den Vollzug der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) als auch des GPSG zuständigen Behörde (i. d. R. Gewerbeaufsicht) eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere werden bzw. sollten die Explosionsschutzdokumente der Betreiber gemäß § 6 der BetrSichV Aufschluss darüber geben können, inwieweit vom Hersteller ausdrücklich für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen bestimmte Geräte zum Einsatz kommen.
Hinweis:
Bis 30.6.2003 konnten unter Nutzung des § 7 der 11. GPSGV auch noch Geräte und Schutzsysteme nach den bis dahin geltenden Rechtsverordnungen z.B. "Verordnung über elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Räumen" (ElexV) in Verkehr gebracht werden.
Bei Beanstandungen muss eindeutig differenziert werden, ob Versäumnisse bzw. Fehler des Herstellers bzw. Inverkehrbringers im Zusammenhang mit der Richtlinie 94/9/EG vorliegen oder ob ordnungsgemäß in Verkehr gebrachte Produkte nicht bestimmungsgemäß verwendet werden.
Auf das "Konzept zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Bereich Marktüberwachung und der Betriebssicherheit" wird verwiesen.
1.4 Kontrollen auf Messen und Ausstellungen
Es bietet sich an Messen, wie z.B. die ACHEMA, regelmäßig zu besuchen, wobei eine informelle Teilnahme von Mitarbeitern von Marktüberwachungsbehörden aus anderen Bundesländern nach Absprache ermöglicht werden sollte.
Auf die Checkliste für Messebegehungen der LV 36 [4] wird verwiesen.
2 Kooperation und Erfahrungsaustausch mit Beteiligten am Marktgeschehen
Für eine qualitativ hochwertige Marktüberwachung ist die Kooperation mit direkt am Marktgeschehen beteiligten Prüfstellen, Verbände, etc., Fachleuten im Bereich des Explosionsschutzes der Behörden oder auch die Teilnahme an Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch sinnvoll.
Mögliche Partner sind z.B.:
Bundesoberbehörden (PTB, BAM)
Konformitätsbewertungsstellen (Liste siehe ZLS --> Akkreditierte Stellen)
Erfahrungsaustauschkreis EK 4 bei der ZLS
Herstellerverbände (z.B. VDMA, ZVEI)
Betreiberorganisationen (z.B. NAMUR, VCI)
Normungsorganisationen (VDE, DIN, DKE).
Es wird angestrebt, jährlich einen Erfahrungsaustausch zum Thema Explosionsschutz zu organisieren. Themenvorschläge sollten von den Marktüberwachungsbehörden und den am Marktgeschehen Beteiligten an den AAMÜ oder den Richtlinienvertreter erfolgen.
3 Anwendungsbereich der RL 94/9/EG
Nachfolgend werden einige grundlegende Kriterien als Hilfestellung zur Zuordnung von Geräten, Schutzsystemen sowie Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen zum Geltungsbereich der RL 94/9/EG aufgeführt und erläutert. Ausführlichere Hinweise sind in den Leitlinien [5] enthalten.
3.1 Geräte
RL 94/9/EG, Art. 1 Abs. 3 a): "Als "Geräte" gelten Maschinen, Betriebsmittel, stationäre oder ortsbewegliche Vorrichtungen, Steuerungs- und Ausrüstungsteile sowie Warn- und Vorbeugungssysteme, die einzeln oder kombiniert zur Erzeugung, Übertragung, Speicherung, Messung, Regelung und Umwandlung von Energien und/oder zur Verarbeitung von Werkstoffen bestimmt sind und die eigene potentielle Zündquellen aufweisen und dadurch eine Explosion verursachen können." |
Bedingungen:
Bedingungen, die nicht zur Einstufung als Gerät im Sinne RL 94/9/EG führen:
Beispiele aus dem Grenzbereich der RL 94/9/EG:
Im Anwendungsbereich der 94/9/EG * | Nicht im Anwendungsbereich der 94/9/EG * | ||||||
Computer *** | Armbanduhren (elektrisch/ nichtelektrisch) ** | ||||||
Handys, Walkie-Talkies *** | Handbetätigte Ventile, Pumpen, Hebezeuge **
Handbetriebene Armaturen (z.B.: Kugelhahn) | ||||||
Fotoapparate (mit Batterie) | Fotoapparate (rein mechanisch, ohne Batterie) ** | ||||||
Lasergeräte | Mechanische Türen und Fenster ** | ||||||
Elektrische Heizkabel *** | Hörgeräte | ||||||
mechanische Bremsen / Getriebe *** | Thermoelemente (PT 100) | ||||||
elektrische Handlampen *** | Handwerkzeug (z.B. Hammer, Zange, Schraubenschlüssel, Sägen) ** | ||||||
Einfache Leitern ** | |||||||
Druckentlastungsventile ** | |||||||
Behälter | |||||||
|
3.2 Komponenten
RL 94/9/EG Art. 1 Abs. 3 c): Als "Komponenten" werden solche Bauteile bezeichnet, die für den sicheren Betrieb von Geräten und Schutzsystemen erforderlich sind, ohne jedoch selbst eine autonome Funktion zu erfüllen. |
Beispiele für Produkte (Komponenten), die unter den Anwendungsbereich bzw. nicht unter den Anwendungsbereich der 94/9/EG fallen:
Im Anwendungsbereich der 94/9/EG * | Nicht im Anwendungsbereich der 94/9/EG * |
Anschlussklemmen | Kabel |
Tasterbaugruppen | Kabelbrücken |
Relais | Rohre zur Leitungsführung |
leere druckfeste Kapselungen | Kabelschuhe/ -ösen |
Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen | Magnetverschlüsse für z.B. Schranktüren |
Überdruckbehälter mit Löschpulver als Teil eines Explosionsunterdrückungssystems | |
Förderband für eine Förderanlage, | |
nicht autonome Schutzsysteme | |
Saugschläuche für Staubsauger |
Borderline List (http://ec.europa.eu/enterprise/atex/guide/borderline_atex.pdf )
Komponenten erhalten keine CE-Kennzeichnung! Sie unterfallen den auch bei Geräten anzuwendenden Konformitätsbewertungsverfahren.
Der Hersteller hat eine Konformitätsbescheinigung auszustellen.
Hinweise:
Bei Produkten für allgemeine technische Zwecke (z.B. bei Lager, Gleitringdichtungen, Dioden) die für die Herstellung von Geräten oder Schutzsystemen verwendet werden, ist deren Eignung im Rahmen der Konformitätsbewertung des Gerätes oder Schutzsystems, in das diese Produkte eingebaut werden, nachzuweisen.
In manchen Fällen ist eine Entscheidung, ob es sich um ein Gerät oder eine Komponente im Sinne der RL 94/9/EG handelt, nicht einfach zu treffen. Für die Marktaufsichtsbehörden ist dabei ein entscheidendes Kriterium die Behandlung des Produktes in der EG-Konformitätserklärung bzw. ggf. in der EG-Baumusterprüfbescheinigung der benannten Stelle ("U"-Bescheinigung --> Komponente, "X"-Bescheinigung --> Gerät, bei dem besondere Einsatzbedingungen zu beachten sind).
3.3 Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen
Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen zum Einsatz außerhalb des explosionsgefährdeten Bereichs, unterliegen der RL 94/9/EG, wenn sie zum sicheren Betrieb von Geräten oder Schutzsystemen in Hinblick auf Zündgefahren bzw. die Gefahr einer nicht beherrschten Explosion beitragen oder dafür erforderlich sind. (--> Art. 1 Abs. 2 RL 94/9/EG) |
Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen zum Einsatz außerhalb explosionsgefährdeter Bereiche werden nicht in Kategorien eingestuft aber mit der Angabe in Klammern versehen für welche Kategorie von Geräten die Produkte bestimmt sind.
Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen, die zum Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen bestimmt sind gelten selbst auch als Geräte.
Beispiele:
3.4 Baugruppen
Aus dem Begriff "kombiniert" in der Definition der Geräte in der Richtlinie folgt, dass eine Baugruppe, die aus zwei oder mehr Teilgeräten besteht, erforderlichenfalls zusammen mit Komponenten, als ein Produkt anzusehen ist, das in den Anwendungsbereich der Richtlinie 94/9/EG fällt, sofern diese Baugruppe durch eine verantwortliche Person (die dann der Hersteller der Baugruppe ist) als eine einzelne funktionale Einheit in Verkehr gebracht und/oder in Betrieb genommen wird. [5] Nr. 3.7.5 |
Bei "Baugruppen" können folgende Fälle beim in Verkehr bringen unterschieden werden:
Hinweis:
Wenn ein Hersteller unvollständig bescheinigte Geräte (Komponenten, Kennzeichnung "U" --> Anhang 2) zu einem Gerät zusammenbaut, so hat er für das Endprodukt das zutreffende Konformitätsbewertungsverfahren durchzuführen.
3.5 Installationen
Unter einer Installation wird die Kombination eines oder mehrerer bereits konformer Geräte mit Installationsmaterial (z.B. Kabel, Schrauben) auf dem Gelände des Anwenders verstanden ([5] Nr. 5.2.2). Installationen fallen unter den Anwendungsbereich der BetrSichV (i. V. m. RL 1999/92/EG ).
3.6 Schutzsysteme
RL 94/9/EG Art. 1 Abs. 3 b):
Als "Schutzsysteme" werden alle Vorrichtungen ... bezeichnet, die anlaufende Explosionen umgehend stoppen und/oder den von einer Explosion betroffenen Bereich begrenzen sollen und als autonome Systeme gesondert in den Verkehr gebracht werden. |
Beispiele:
Flammendurchschlagsicherungen, Explosionsentlastungssysteme, Explosionsunterdrückungssysteme, Feuerlöschsperren
Hinweise:
Wenn ein Schutzsystem als Teil eines Produktes in den Verkehr gebracht wird, welches selbst nicht in den Anwendungsbereich der RL 94/9/EG fällt, so muss es dennoch als autonomes Schutzsystem der Konformitätsbewertung nach RL 94/9/EG unterzogen werden.
Wenn ein Schutzsystem als Teil eines ATEX-Gerätes in den Verkehr gebracht wird, so wird es zusammen mit dem Gerät der Konformitätsbewertung unterzogen und gilt nicht als autonomes Schutzsystem.
4 Inhalt von Kontrollen
Die Marktaufsicht kontrolliert zunächst, ob die Richtlinie 94/9/EG formal richtig angewendet wird. Hierzu ist es erforderlich, sich die entsprechenden Dokumente vorlegen zu lassen.
Folgende Dokumente können in Frage kommen:
Anhang | Zertifikat (deutsch) | Zertifikat (englisch) |
III | EG-Baumusterprüfbescheinigung | EC-Type-Examination Certificate |
IV | Mitteilung über die Anerkennung des Qualitätssicherungssystems/ Produktion | Production Quality Assessment Notification |
V | Konformitätsbescheinigung für die Prüfung des Produktes | Certificate of Conformity for Product Verification |
VI | Mitteilung über die Konformität mit der Bauart | Conformity to Type Notification |
VII | Mitteilung über die Anerkennung des Qualitätssicherungssystems/ Produkt | Product Quality Assessment Notification |
VIII | - keine Zertifizierung vorgesehen - | - |
IX | Konformitätsbescheinigung für Einzelprüfung | Certificate of Conformity for Unit Verification |
4.1 Kontrolle der Kennzeichnung von Produkten
Geräte und Schutzsysteme müssen deutlich und unauslöschbar gekennzeichnet sein (RL 94/9/EG Anhang II Nr. 1.0.5 sowie in den Grundnormen, z.B. DIN EN 13.463-1 Nr. 14.1).
Die Anforderungen an die Kennzeichnung nach RL 94/9/EG sind in Anhang 1, die nach den z. Zt. gültigen Normen in den Anhängen 2 und 3 dieser Handlungsanleitung aufgelistet.
Häufige Mängel sind:
Anwendung weiterer Richtlinien
4.2 Konformitätserklärung nach Richtlinie 94/9/EG
Nach § 4 Abs. 1 der 11. GPSGV ist dem Gerät bzw. dem Schutzsystem eine Konformitätserklärung gemäß Anhang X Buchstabe B der Richtlinie 94/9/EG beizufügen. Diese muss in der Amtssprache des Landes abgefasst sein, in der das Produkt benutzt wird [Blue Guide, Abschnitt 5.4 [13]].
Inhalt der EG-Konformitätserklärung gemäß Anhang X der RL 94/9/EG:
|
Hinweis:
Die Wiederholung der Kennzeichnung nach RL 94/9/EG in der Konformitätserklärung wird von der Richtlinie selbst nicht verlangt.
Anwendung weiterer Richtlinien (siehe auch Pkt. 4.1)
Im Anhang 6 ist eine Muster-Konformitätserklärung des VDMA abgedruckt.
4.3 Betriebsanleitung
Nach § 4 Abs. 1 der 11. GPSGV ist dem Gerät bzw. dem Schutzsystem eine Betriebsanleitung gemäß Anhang II Nr. 1.0.6 der Richtlinie 94/9/EG beizufügen. Beim Inverkehrbringen in Deutschland müssen die zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit bei der Verwendung, Ergänzung oder Instandhaltung bestimmten die Regeln in deutscher Sprache abgefasst sein (§ 4 Abs. 4 Nr. 2 GPSG).
Mindestangaben in der Betriebsanleitung gemäß Anhang II Nr. 1.0.6 der RL 94/9/EG:
4.4 Anwendung des zutreffenden Konformitätsbewertungsverfahrens
Sind Konformitätsbewertungsverfahren vorgeschrieben, die die Einbeziehung einer benannten Stelle vorsehen (siehe Bild 1), sollte die Übereinstimmung des Gerätes mit der EG-Baumusterprüfbescheinigung und deren Nebenbestimmungen sowie in einigen Fällen die Aktualität der Dokumente, auf denen die Fertigungskontrolle beruht, überprüft werden.
Bild 1 - Übersicht zu den Konformitätsbewertungsverfahren
Qualitätsmanagement
Werden im Konformitätsbewertungsverfahren die Module nach Anhang IV "Qualitätssicherung Produktion" oder nach Anhang VII "Qualitätssicherung Produkt" genutzt, muss zu einem eventuell vorhandenen allgemeinen QM-System ein für die RL 94/9/EG spezifisches Zusatz-Audit erfolgen. Das Verfahren wird in Bild 2 verdeutlicht.
Bild 2 - Verfahren für QS-System-Zertifizierung
Der "-Auditor" ist ein Fachmann des Explosionsschutzes für bestimmte Zündschutzarten oder Produktgruppen und hat eine Ausbildung zur Bewertung der zugehörigen QS-Systeme erhalten.
Überwiegend wird gemäß des linken Teiles von Bild 2 auf der Basis eines bereits vorhandenen allgemeinen QM-System-Zertifikates (in der Regel nach DIN EN 13980) ein "Ex-Zusatz-Audit" durchgeführt. Dieses Verfahren hat sich bewährt, u. a. wegen der Kombination der speziellen Kompetenzen von "QM-Fachleuten" und "Ex-Fachleuten".
Über die richtlinienspezifische Anerkennung des QS-Systems erhält der Hersteller eine Mitteilung (Notification), deren formelle Gestaltung auch von der Ex-Notified-Body-Gruppe einheitlich festgelegt wurde.
Besonders hinzuweisen ist auf die Angabe von Produktgruppen.
Der Hersteller ist dafür verantwortlich, dass alle hergestellten Produkte durch die QS-Mitteilung(en) abgedeckt werden.
Die Anerkennung ist auf 3 Jahre befristet. Bei Kontrollen ist daher auf Aktualität zu achten.
Die Hersteller von nichtelektrischen Geräten der Kategorie 2 und von Geräten der Kategorie 3 müssen über eine interne Fertigungskontrolle nach Anhang VIII der RL 94/9/EG verfügen.
EG-Baumusterprüfbescheinigungen
Es ist nicht zulässig für nichtelektrische Geräte der Kategorie 2 (außer für Verbrennungsmotoren) und Geräte der Kategorie 3 eine EG-Baumusterprüfbescheingung auszustellen. Für diese Geräte sind wahlweise die Konformitätsbewertungsverfahren nach Anhang VIII oder Anhang IX anzuwenden.
Häufig wird in diesen Fällen eine Baumusterprüfbescheinigung durch eine Konformitätsbewertungsstelle ausgestellt, die inhaltlich gleich der EG-Baumusterprüfbescheinigung ist. Das Zertifizierungskennzeichen dieser (freiwilligen) Baumusterprüfbescheinigung darf nicht auf dem Gerät angebracht werden.
4.5 Kontrolle der technischen Eigenschaften
Neben der formalen Erfüllung von Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten können bei Vorliegen eines Anfangsverdachts bestimmte Eigenschaften überprüft oder beim Hersteller hinterfragt werden. Dies betrifft z.B. die Eigenschaft eines Kategorie 3 - Gerätes, im störungsfreien Betrieb über keine wirksame Zündquelle zu verfügen - dadurch, dass z.B. die einschlägigen Normen beachtet wurden und auch die im bestimmungsgemäßen Betrieb maximal erreichbare Oberflächentemperatur den angegebenen Einsatzgrenzen gerecht wird.
Beispiele: Anschlusskästen, Verteilerdosen, Steckvorrichtungen
Elektrische Geräte | |
Gehäuse von Anschlusskästen, Verteilerdosen | stabile Ausführung, Dichtungssystem mit Nut und Feder, Dichtung sorgfältig eingelegt, Öffnung nur mit Werkzeug möglich Öffnungen für Kabel mit Kabel- und Leitungseinführung oder Blindstopfen verschlossen Flächenbegrenzung an Kunststoffgehäusen II C |
Einbauten in Anschlusskästen, Verteilerdosen | nur Klemmen; Klemmen sind in Anschlussdosen auf Schienen sicher befestigt und in Verteilerdosen eingeschraubt oder eingegossen Öffnungen für Kabel mit Kabel- und Leitungseinführung oder Blindstopfen verschlossen Richtige Kabelverschraubung |
Steckvorrichtungen | Steckerbetätigung verriegelt, Betätigung nur spannungslos möglich |
Leuchten | Stabiles Gehäuse Ausführung bruchsicher oder mit Schutzgitter, sofern mechanische Gefährdung besteht |
Luft- und Kriechstrecken Kat. 2 | U < 250 V, Werkstoffgruppe I,: > 5 mm (EN 60079-7) |
Luft- und Kriechstrecken Kat. 3 | U < 250 V, Werkstoffgruppe I,: > 3,2 mm (EN 60079-15) |
Beispiele:
Rührwerke, Motoren
Rührwerke der Kategorie 1 | |
Rührwerke mit Radial bzw. Axialwellendichtung | Erforderliche Zonentrennung durch:
Vermeidung von Zündgefahren
Erforderliche Zonentrennung durch:
Vermeidung von Zündgefahren
|
Motoren | |
Elektrischer Überlastungsschutz | Unabhängig von ihrer Zündschutzart ("e", "d", "de", "nA" oder "tD") müssen elektrische Maschinen gegen Überlastung geschützt werden durch eine der beiden folgenden Überlast-Schutzeinrichtungen:
a) Schutzeinrichtung MR Bei der Einrichtung "MR" ist bei allen Zündschutzarten ("e", "d", "de", "nA" oder "tD") zu beachten:
b) Schutzeinrichtung TMS als Alleinschutz Da der Temperaturfühler im Wickelkopf eingebettet wird, ist er nur für die Kupfertemperatur und für die direkt wärmeleitend verbundene Oberflächentemperatur des Ständergehäuses, nicht aber für die Rotortemperatur repräsentativ.
Abgesehen von relativ kleinen, "ständerkritischen" Motoren der Zündschutzart "e" kann diese Schutzeinrichtung daher nur für Zündschutzarten angewendet werden, |
4.6 Besondere Hinweise
Inverkehrbringen von Produkten in "nichtexplosionsgeschützter Bauart"
Werden Produkte (z.B. Mühlen, Mischer, Trockner, Abfülleinrichtungen, Rührwerke), die vorhersehbar auch in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden (z.B. in der Nahrungsmittelindustrie, Farben- und Lackherstellung) ohne Maßnahmen zum Explosionsschutz angeboten, ist insbesondere bei in Serie gefertigten Produkten zu hinterfragen, wie die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen hinsichtlich des Inverkehrbringens gewährleistet wird.
Anwendung des § 4 Abs. 5 der 11. GPSGV (Sonderanfertigungen)
Es wird auf den Beschluss des AAMÜ auf seiner 14. Sitzung unter TOP 4.4 verwiesen (siehe Anhang 4).
Inverkehrbringen von elektrischen und Dampf-Begleitheizungen
Es wird auf den Beschluss des AAMÜ auf seiner 14. Sitzung unter TOP 4.4 verwiesen (siehe Anhang 5).
5 Quellenangaben
[1] | Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) vom 06.02.2004 (BGBl. I. S. 2,. S. 141), zuletzt geändert am 07.07.2005 (BGBl. I S. 1970) |
[2] | Explosionsschutzverordnung (11. GPSGV) vom 12.12.1996 (BGBl I S. 1914), zuletzt geändert am 06.01.2004 (BGBl. I S. 2) |
[3] | Explosionsschutz-Richtlinie 94/9/EG vom 23.03.1994 (Abl. EG L 100, S. 1), zuletzt korrigiert im Jahr 2000 durch 2. Corrigendum (Abl. EG L 304 S. 19) http://ec.europa.eu/enterprise/atex/direct/newapproach.htm |
[4] | Handlungsanleitung für die Ausführung der Marktüberwachung in Deutschland (LV 36; www.1asi.osha.de --> Publikationen --> LASI-Veröffentlichungen) |
[5] | Leitlinien zur Anwendung der Richtlinie 94/9/EG; 3. Ausgabe Juni 2009 (deutsche Fassung, Übersetzung mit finanzieller Unterstützung des VDMA, des ZVEI und der BG Chemie (bgrci.de --> Prävention --> Explosionsschutz --> Dokumente) |
[6] | Protokolle des Standing Commitee und der ADCO-Group zur Richtlinie 94/9/EG |
[7] | Considerations by the ATEX Standing Committee (http://ec.europa.eu/enterprise/atex/guide/index.htm ) |
[8] | Interpretationen/Clarification Sheets der ATEX Notified Bodies Group (ExNBG) (http://ec.europa.eu/enterprise/atex/nb/sheets.htm ) |
[9] | Verzeichnis der harmonisierten Normen (Abl. EG C 306 S.2 vom 15.12.2006, http://ec.europa.eu/enterprise/atex/stand.htm ) |
[10] | Guide zur Richtlinie 97/23/EG http://ec.europa.eu/enterprise/pressureequipment/ped/guidelines/indexde.html |
[11] | Beschlüsse des Arbeitsausschusses Marktüberwachung (AAMÜ) |
[12] | Konzept zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Bereich Marktüberwachung und der Betriebssicherheit http://www.baua.de/nn79968/de/Geraete- und-Produktsicherheit/Marktueberwachung/pdf/Konzept-Zusammenarbeit.pdf? |
[13] | Leitfaden für die Umsetzung der nach dem neuen Konzept und dem Gesamtkonzept verfassten Richtlinien ("Blue Guide") http://ec.europa.eu/enterprise/newapproach/legislation/guide/index.htm |
Kennzeichnung von Geräten zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen nach der 11. GPSGV i. V. m. der Richtlinie 94/9/EG | Anhang 1 |
Kennzeichnung | Bemerkung | |
Name und Anschrift des Herstellers | Postalische Anschrift (Internet- oder E-Mail-Adresse sind nicht ausreichend)
[94/9/EG Anh. II Nr. 1.0.5] | |
Kennzeichen | Mindesthöhe 5 mm (bei sehr kleinen Produkten kann davon abgewichen werden) deutlich sichtbar, lesbar und unauslöschbar
[94/9/EG Art. 10, Anh. X Abschn. A] Komponenten dürfen nicht mit der CE-Kennzeichnung versehen werden (sofern dies nicht nach anderen Richtlinien erforderlich ist, z.B. EMVR). [94/9/EG Art. 8 Abs. 3] | |
Kenn-Nummer der benannten Stelle | Anbringung hinter der CE-Kennzeichnung (.)
Anbringung nur wenn eine benannte Stelle in der Produktionsüberwachungsphase tätig wird. Bei Komponenten ggf. ausschließliche Anbringung Kennnummer[94/9/EG Art. 10] | |
Bezeichnung Serie + Typ | [94/9/EG Anh. II Nr. 1.0.5] | |
Seriennummer | Optional (nach z.B. DIN EN 60079-1 jedoch anzugeben) | |
Baujahr | ||
Kennzeichen | ||
Gruppe | I - Verwendung Untertage und in Übertageanlagen, die durch Grubengas und/oder durch brennbare Stäube gefährdet werden können
II - Verwendung in übrigen explosionsgefährdeten Bereichen [ATEX-Leitlinien Nr. 11.2.1; 94/9/EG Anh. II Nr. 1.0.5; Art. 1 Abs. 3] | |
Kategorie | M1 oder M2 - bei Gruppe I
1, 2 oder 3 - bei Gruppe II Beispiele für den Einsatz in unterschiedlichen Zonen: II 1/2 G Einsatz teilweise in Zone 0, teilweise in Zone 1 (z.B. Rührwerk) II 2/- D Ventilator außerhalb Ex-Bereich, der Zone 21-Atmosphäre fördert II -/3 D Ventilator in Zone 22 der "Nicht-Ex-Atmosphäre" fördert II 1/2/3/- G Zapfsäule mit Gasrückführsystem und Nicht-Ex-Zapfsäulenkopf ( ) - o. g. Angaben in Klammern bei Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen i. S. Art. 1 Abs. 2 RL 94/9/EG für den Einsatz außerhalb von explosionsgefährdeten Bereichen: Angabe, für welche Kategorie von Geräten sie bestimmt sind | |
Art des explosionsgefährdeten Bereichs | Nur bei Gruppe II: G - für Explosionsgefahr durch brennbare Gase, Dämpfe, Nebel D - für Explosionsgefahr durch brennbare Stäube [94/9/EG Anh. II Nr. 1.0.5] | |
Um Missverständnisse bei der Kennzeichnungen zu vermeiden ("GD" bzw. "G/D" könnte als hybrides Gemisch verstanden werden), sollte folgende Schreibweise verwendet werden: | II 2 G
II 2 D |
Beispiel:
9999 II 2 G Ex ed IIC T4 Mustermann GmbH, 99999 XStadt, Ystraße 1 2009 [Typ, Serien-Nr.] |
Mindest-Kennzeichnung bei sehr kleinen Produkten:
CE-Kennzeichnung, Kennzeichen , Name oder Warenzeichen des Herstellers
Die gesamte Kennzeichnung muss in der Dokumentation vorhanden sein.
Normenspezifische Kennzeichnung von Geräten der Gruppe II | Anhang 2 |
Gasexplosionsgefährdete Bereiche:
Normenreihen EN 60079, (alt: EN 50014 ff.), EN 13463*
Staubexplosionsgefährdete Bereiche:
Normenreihen EN 61241, (alt: EN 50281-1-1), EN 13463*
* Nichtelektrische Geräte
Kennzeichnung | Bemerkungen | |||||||||||||||
Eex oder Ex | Für elektrische Geräte, die der Normenreihe EN 50014 ff. entsprechen.
Für elektrische Geräte, die den Normenreihen EN 60079 oder EN 61241 entsprechen. Für Geräte, die nach Richtlinie 94/9/EG, aber nicht nach einer harmonisierten Norm hergestellt wurden. | |||||||||||||||
oder keine Kennzeichnung mit EEx bzw. Ex ... ... ... | Für Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen außerhalb von explosionsgefährdeten Bereichen, die für den sicheren Betrieb von Geräten und Schutzsystemen im explosionsgefährdeten Bereich erforderlich sind.
Für nichtelektrische Geräte nach der Normenreihe EN 13463. | |||||||||||||||
Zündschutzart | siehe Anhang 3
Bei Baugruppen erfolgt die Kennzeichnung der für die Installation und Aufstellung maßgeblichen Zündschutzarten. | |||||||||||||||
evtl. Zündschutzart in [ ] | Bei Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen außerhalb von explosionsgefährdeten Bereichen, die für den sicheren Betrieb von Geräten und Schutzsystemen im explosionsgefährdeten Bereich erforderlich sind. (z.B.: Begrenzer Ex II (2) GD [Ex e] zur Überwachung von Heizkreisen) | |||||||||||||||
Explosionsgruppe | nur bei Geräten für gasexplosionsgefährdete Bereiche: IIA, IIB, IIC - bei den Zündschutzarten: d, i, nC, nL * (Gruppe I nur für Grubengasgefährdete Bereiche) | |||||||||||||||
Temperaturklasse oder | nur bei Geräten für gasexplosionsgefährdete Bereiche:
| |||||||||||||||
max. Oberflächentemperatur | z.B.: T80 °C [bei Zwischenwerten auch Kombination, z.B. 350°C (T1) ] | |||||||||||||||
oder keine Kennzeichnung | wenn die Temperatur nicht vom Gerät, sondern von z.B. der Temperatur des durchströmenden Mediums abhängig ist | |||||||||||||||
ggf. ergänzende Angaben: X | Besondere Einsatzbedingungen beachten --> Betriebsanleitung | |||||||||||||||
U | Komponente, d. h. allein nicht einsatzfähig - keine CE-Kennzeichnung! Konformität wird erst mit dem Einbau in komplettes Gerät bescheinigt. | |||||||||||||||
... °C < Ta < ... °C | Geräte, die für einen anderen als den Normbereich (-20 °C < Ta < + 40 °C) geeignet sind. | |||||||||||||||
Zertifizierungskennzeichen der Form: AAAA 07 ATEX 9999 X | Sofern eine Prüfbescheinigung ausgestellt wurde d. h., erforderlich bei:
| |||||||||||||||
X = optional, wenn das Gerät besonderen Bedingungen unterliegt (siehe "ergänzende Angaben") | ||||||||||||||||
Referenz-Nr. der technischen Dokumentation | Nur bei nichtelektrischen Geräten der Kategorie 2 (außer Verbrennungsmotoren) |
Mindestkennzeichnung bei kleinen Produkten:
Die gesamte Kennzeichnung muss in der Dokumentation vorhanden sein.
Bei extrem kleinen Bauteilen, kann die Kennzeichnung auf einem Etikett erfolgen, welches bei der Installation vor Ort unmittelbar
Besonderheiten:
Geräte, die Kontakt zu zwei unterschiedlichen Trennwand) Zonen haben (z.B. Einbau in eine | |
Kennzeichnungsbeispiel | Erläuterung |
II 1/2 G EEx ia/d IIC | zum Einbau in Zone 0 geeignet (Zündschutzart "ia"), außen für Zone 1 geeignet (Zündschutzart "d"), jeweils für Explosionsgruppe IIC |
Geräte, zum Einsatz außerhalb explosionsgefährdeter nahmen im Sinne RL 94/9/EG in explosionsgefährdeten Bereiche, die Schutzmaß-Bereichen absichern | |
Kennzeichnungsbeispiel | Erläuterung |
II (2) G [EEx p] | Überwachungsgerät zur Überdruckkapselung zum Einsatz außerhalb des explosionsgefährdeten Bereichs p |
II (2) G [EEx e] | Überlastschutzeinrichtung für einen Elektromotor zum Einsatz außerhalb des explosionsgefährdeten Bereichs |
Geräte, zum Einsatz in explosionsgefährdeten Sinne RL 94/9/EG in explosionsgefährdeten Bereichen, die Schutzmaßnahmen im Bereichen absichern | |
Kennzeichnungsbeispiel | Erläuterung |
II 2 GD EEx d [e] IIB T4 | Überlastschutzeinrichtung für einen Elektromotor in einem Gehäuse mit druckfester Kapselung (d) zum Einsatz in Zone 1 oder Zone 21 |
Zündschutzarten | Anhang 3 |
Elektrische Geräte zur Verwendung bei Gasen, Dämpfen oder Nebeln
Zündschutzart [EN 50014 bzw. EN 60079-0] | Beschreibung der Schutzmaßnahme | Kategorie(n) | typische Anwendungen | |
d1 | Druckfeste Kapselung [EN 60079-1; EN 50018] | Explosionsdruckfeste Bauweise
Verhinderung des Flammendurchtritts an äußere Umgebung Festlegung max. Spaltabmessungen Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Unterteilung in "d IIAA", "d IIBB", "d IIC" entsprechend Explosionsgruppe des explosionsfähigen Gemisches | II 2 G II 3 G | Steuerungen, Schaltgeräte, Schaltanlagen, Stellwiderstände Befehls- und Anzeigegeräte Motoren / Leuchten (oft i. V. m. "e"-Anschlussraum) Transformatoren Heizgerät |
e1 | Erhöhte Sicherheit [EN 60079-7; EN 50019] | keine betriebsmäßigen Funken oder Lichtbögen
Festlegung von Luft und Kriechstrecken Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen besondere Anforderungen an Wicklungen (Leiterquerschnitt, Isolierfähigkeit, mech. Festigkeit) | II 2 G II 3 G | Klemmen- und Anschlusskästen Steuerkästen zum Einbau von Ex-Bauteilen (die e in einer anderen Zündschutzschutzart geschützt sind) Käfigläufermotoren, Transformatoren Leuchten (oft i. V. m. "d") Installationsmaterialien induktive Vorschaltgeräte Schalter, Messinstrumente |
ia ib ic | Eigensicherheit [EN 60079-11; EN 50020] | betriebsmäßige Funken erlaubt
Arbeiten unter Spannung möglich Begrenzung von Strom und Spannung Begrenzung von inneren und äußeren Induktivitäten und Kapazitäten Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen Geräte der Kategorie 1 möglich! | II 1 G * II 2 G ** II 3 G * nur ia **ia/ ib | Mess- und Regeltechnik Kommunikationstechnik Sensoren Aktoren Abzweigdosen/ Klemmenkästen Handfunkgeräte Batteriehandleuchten |
ma mb | Vergusskapselung [EN60079-18; EN 50028] | Einbettung der Bauteil ein Vergussmasse
Ex-Atmosphäre wird von potentieller Zündquelleferngehalten Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Vergussmasse ist resistent gegenelektrische, thermische, mechanische oder chemische Einflüsse Geräte der Kategorie 1 möglich! (ma) | II 1 G ** II 2 G ** II 3 G ** *nur ma ** ma/ mbb | Schaltgeräte für kleine Leistungen Befehls- und Meldegeräte Anzeigegeräte Sensoren |
o | Ölkapselung [EN 50015] | Einbettung der Bauteile mit potentieller Zündquelle in Öl - damit Trennung von Ex-Atmosphäre
Begrenzung der max. Oberflächentemperatur | II 2 G II 3 G | Transformatoren Anlasswiderstände |
p pp X pyY pzz | Überdruckkapselung [EN 60079-2; EN 50016] | Überdruck eines Inertgases oder Luft im Geräteinneren mit Überwachungseinrichtung
Eindringen Ex-Atmosphäre wird ausgeschlossen/ /reduziert
* im Innern Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen vereinfachte Geräte der Kategorie 3 möglich! (pz) | II 2 G II 3 GG | Schalt- und Steuerschränke Analysegeräte große Motoren |
q | Sandkapselung [EN 50017] | Einbettung der Bauteile in Sand
Ausbreitung einer Explosion im Inneren wird verhindert Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Gehäuse darf nicht geöffnet werden | II 2 G II 3 G | Transformatoren Kondensatoren Heizleiteranschlusskästen mobile Computer (z.B.: II 2 G EEx q (ib) IIC T4) L für "ib" - Gerät |
n [EN 60079-15] | Schutzart ausschließlich für --> --> | II 3 G | ||
nA | nichtfunkende Betriebsmittel | Motoren, Gehäuse, Steuerelektronik | ||
nR | funkende Betriebsmittel mit schwadensicherem Gehäuse | Steuerungen, Hängeleuchten | ||
nZ (nP) | funkende Betriebsmittel mit vereinfachter Überdruckkapselung
Zündschutzart "nP"" desgl. nach EN 50021 | |||
nL | energiebegrenzte Betriebsmittel | elektronische Bauteile | ||
nC | funkende Betriebsmittel, bei denen die Kontakte in geeigneter Weise geschützt sind (ohne nR, nZ, nL) | Schalter, Steckverbinder | ||
Weitere Zündschutzarten: | "v" - transportable ventilierte Räume [EN 50381] | |||
"op" - Maßnahmen gegen zündgefährliche optische Strahlung [EN 60079-28] | ||||
1 Zündschutzarten d und e Die bei Schaltgeräten wichtigste Zündschutzart ist die "Druckfeste Kapselung", meist gemeinsam mit der Zündschutzart "Erhöhte Sicherheit". Da die Zündschutzart "Erhöhte Sicherheit" darauf beruht, dass Maßnahmen getroffen werden, um mit einem erhöhten Grad an Sicherheit das Entstehen von Zündquellen zu vermeiden, Schaltgeräte jedoch betriebsmäßig Zündquellen produzieren, sind Schaltgeräte in dieser Schutzart allein nicht explosionsgeschützt auszuführen. Gemeinsam mit der Druckfesten Kapselung spielt die "Erhöhte Sicherheit" jedoch auch für Schaltgeräte und -anlagen eine wichtige Rolle. Auch bei modernen explosionsgeschützten Leuchten wird die Kombination mehrerer Zündschutzarten angewendet, um sicherheitstechnisch, funktionell und wirtschaftlich das Optimum zu erzielen. |
Elektrische Geräte zur Verwendung bei Stäuben
Zündschutzart | Beschreibung der Schutzmaßnahme * | Kate- gorie(n) | typische Anwendungen * | |
tD | Schutz durch Gehäuse [EN 61241-1] (Kennzeichnung n. EN 50281-1-1 | Verhinderung einer Staubeinlagerung
Festlegung max. Spaltabmessungen Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Kennzeichnung: tD und A oder B (Berücksichtigung Staubauflage bis 5 mm oder über 5 mm) + 20, 21 oder 22 (nur A) z.B. tD A21 Mindestschutzgrade nach EN 60529: IP 6X - Zone 20 oder leitfähige Stäube IP 5X - Gehäuse mit blanken aktiven Teilen IP 4X - Gehäuse mit isolierten aktiven Teilen | II 1 D (tD A20) II 2 D (tD A21) II 3 D (tD A22) | Betriebsmittel, bei denen betriebsmäßig Funken, Lichtbögen oder heiße Teile auftreten komplexe industriemäßige Ausführungen (Steuerungen, Schaltschränke) |
iD | Eigensicherheit [EN 61241-11] | Begrenzung von Strom und Spannung nach Anforderung für IIB sowie Begrenzung von inneren und äußeren Induktivitäten und Kapazitäten nach Anforderung für IIB, so dass keine zündfähigen Funken auftreten können
Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen Schutzart IP6x oder Vergusskapselung Arbeiten unter Spannung möglich | II 1 D II 2 D II 3 D | Mess-, Überwachungs- und Informationsanlagen und -geräte Sensoren - auf physikalischem, chemischem oder mechanischem Prinzip und mit begrenzter Leistung Aktoren auf optischem, akustischem und begrenzt auch auf mechanischem Prinzip. |
mD | Vergusskapselung [EN 61241-18] | Einbettung der Bauteile, die eine explosions- fähige Atmosphäre durch Funken oder durch Erwärmung zünden könnten, in Vergussmasse
Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Vergussmasse ist resistent gegen elektrische, thermische, mechanische oder chemische Einflüsse | II 2 D II 3 D | ruhende Spulen von Vorschaltgeräten, Magnetventilen oder Motoren Relais und andere Schalteinrichtungen begrenzter Leistung komplette Leiterplatten mit elektronischen Schaltungen. Schaltgeräte für kleine Leistungen, Befehls- und Meldegeräte, Anzeigegeräte, Sensoren |
pD | Überdruckkapselung [EN 61241-4] | Durch Überdruck eines Zündschutzgases (Luft, inertes oder anderes geeignetes Gas) im Geräteinneren wird das Eindringen von Ex- Atmosphäre verhindert.
Der Überdruck wird mit oder ohne laufende Zündschutzgasdurchspülung aufrechterhalten.
Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen | II 2 D (pD21) II 3 D (pD 22) | Betriebsmittel, bei denen betriebsmäßig Funken, Lichtbögen oder heiße Teile auftreten komplexe industriemäßige Ausführungen (Steuerungen), z.B. Großmaschinen, Schleifring- bzw. Kollektormotoren, Schalt- und Steuer- schränke, Analysengeräte |
Nichtelektrische Geräte zur Verwendung bei Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben
Zündschutzart [EN 13463-1] | Bemerkungen | Kate- gorie(n) | typische Anwendungen | |
C | Konstruktive Sicherheit [EN 13463-5] | Vermeidung von mechanisch erzeugten Zündquellen (z.B. durch bewegte Teile, erzeugte heiße Oberflächen, Funken und adiabatische Kompressionen) durch Auswahl geeigneter konstruktiver Parameter und Sicherheitsabstände
Verhinderung elektrostatischer Aufladungen | II 2 G II 2 D II 3 G II 3 D | Rührwerke Rohrförderschnecken Kupplungen Bremsen Getriebe Hydrostatische/ Pneumatische Einrichtungen Riemenantriebe Ventilatoren |
fr | Schwadenhemmende Kapselung [EN 13463-2] | nur für Kategorie 3
Ansammlung von Ex-Atmosphäre im Inneren wird verhindert, wenn die äußere Ex-Atmosphäre nur selten oder kurzzeitig auftritt (Zonen 2 / 21) Begrenzung der max. Oberflächentemperatur zusätzlich ein Warnschild, das den Benutzer informiert, wie er das Gehäuse installieren muss, um sicher zu stellen, dass kein statischer Druckunterschied, der eine Strömung hervorrufen könnte, über die Gehäusewände auftritt | II 3G | |
d | druckfeste Kapselung [EN 13463-3] | Explosionsdruckfeste Bauweise
Verhinderung des Flammendurchtritts an die äußere Umgebung Festlegung max. Spaltabmessungen Begrenzung der max. Oberflächentemperatur | II 2 G II 2 D II 3 G II 3 D | Getriebe Pumpen |
k | Flüssigkeitskapselung [EN 13463-8] | Auf Mess- und Anzeigegeräten muss der aktuelle Pegel der Schutzflüssigkeit angezeigt werden, ggf. Grenzen für Neigungswinkel | II 2 G II 3 G | Getriebe, z.B. IIG c k II T < 160° |
b | Zündquellenüberwachung [EN 13463-6] | Überwachung potentieller Zündquellen, die im Normalbetrieb nicht vorhanden sind
ggf. Abschaltung bevor diese zündwirsam werden (z.B. durch Temperatur-, Niveau-, Drehzahl-, Schwingungswächter). Entscheidend für die Wirksamkeit dieser Zündschutzart und damit für die Kategorie der so geschützten Geräte ist das Zuverlässigkeitsniveau der Überwachungseinrichtung.
| II 2 G II 2 D II 3 G II 3 D | |
* - Die Kategorie 1 kann durch Kombination von zwei unabhängigen Zündschutzarten erreicht werden. |
Kennzeichnungs-Beispiele
Geräte | Einsatzbereich | Kennzeichnung | Erläuterungen |
Leuchten | |||
Leuchten für Leuchtstofflampen | Gas, Zone 1 | II 2 G Ex e d m IIC T4 | "e"-erhöhte Sicherheit, "d"-druckfeste Kapselung "m" Vergusskapselung (Gehäuse für das Netzteil zur Stromversorgung) II C-höchste Explosionsgruppe Übertage T4-für Stoffe mit Zündtemperatur > 135 °C ("Alles" außer Schwefelkohlenstoff) |
Gas, Zone 2 | II 3 G Ex nA II T3 | "nA"-nichtfunkend Explosionsgruppe II T3-für Stoffe mit Zündtemperatur > 200 °C (z.B. Benzin, H2) | |
Gas, Zone 2 | II 3 G Ex nR T* | (z.B. Hängeleuchte) "nR"-funkend mit schwadensicherem Gehäuse | |
Staub, Zone 21 | II 2 D; IP 66 T O max* | Kennzeichnung nach EN 50281-1-1 | |
Staub Zone 22 | II 3 D IP54 T 80 °C | Kennzeichnung nach EN 50281-1-1 | |
Staub, Zone 21 | II 2 D; Ex tD TO max* | Kennzeichnung nach EN 61241-1 | |
Staub Zone 22 | II 3 D Ex tD A22 IP54 T 80 °C | Kennzeichnung nach EN 61241-1
| |
Motoren | |||
| Gas, Zone 1 | II 2 G Ex d / Ex de IIB/IIC T4 | "e"-erhöhte Sicherheit, "d"-druckfeste Kapselung |
| Gas, Zone 1 | II 2 G Ex e II T3 | |
| Gas, Staub | II (2) G D | Das Relais befindet sich im ungefährdeten Bereich; seine Schutzfunktion wirkt in ein Gerät der Kategorie 2 (Zone 1) hinein. |
| Gas, Zone 1 | II 2 G Ex px e II T4 | "px"-Überdruckbelüftung, die das Innere des Gehäuses von Zone 1 auf nichtexplosionsgefährdet reduziert. |
| Gas, Zone 2 | II 3G Ex nA II T2-T3 | Angabe "T2-T3": Motor wird in Abhängigkeit von Leistung / Umgebungsbedingung unterschiedlich eingestuft. |
Getriebe | |||
Konstruktive Sicherheit "c"
Flüssigkeitskapselung "k" | Gas Zone 2 | II 2G Ex c k II T3 | EN 13463-5 Konstruktive Sicherheit "c" EN 13463-8 Flüssigkeitskapselung 'V' |
Staub Zone 2 | II 2D Ex c k T < 160°C | Max- Oberflächentemperatur 160 °C, zulässig für Stäube mit Zünd- oder Glimmtemperatur > 240 °C | |
Eigensichere und zugehörige Betriebsmitteln | |||
1. zugehörige Betriebsmittel
Einsatz außerhalb des explosionsgefährdeten Bereiches | [EEx ib] IIC, [Ex ia] IIA | z.B. Stromversorgungsgerät, Schaltverstärker mit eigensicherem Stromkreis.
Regel für derartige Betriebsmittel: (E)Ex und "ib" oder "ia" stehen in eckigen Klammern. | |
2. Zugehörige Betriebsmittel, die einer weiteren Zündschutzart genügen
Einsatz im explosionsgefährdeten Bereich | EEx d [ib] IIC T5
Ex q [ia] IIB T6 | z.B. Netzgerät mit eigensicherem Stromkreis, wobei das Netzgerät in einem druckfest gekapselten Gehäuse eingebaut ist.
Regel für derartige Betriebsmittel: Nur "ib" bzw. "ia" in eckigen Klammern hinter dem Zeichen für die übrige Zündschutzart | |
3. Eigensichere Betriebsmittel
Einsatz im explosionsgefährdeten Bereich | EEx ib IIC T6, Ex ia IIA T4 | Bezeichnungsbeispiele:
z.B. Zweileitermeßumformer, Initiatoren Regel für derartige Betriebsmittel: Keine Klammern | |
4. Eigensichere Betriebsmittel mit mehreren eigensicheren Stromkreisen unter unterschiedlichen Schutzniveaus
Einsatz im explosionsgefährdeten Bereich | EEx ib[ia] IIC T5 | Bezeichnungsbeispiel: z.B. Vorverstärker des Schutzniveaus "ib", dessen Eingangsstromkreis dem Schutzniveau "ia" entspricht. Regel für derartige Betriebsmittel: Weicht das Schutzniveau eines oder mehrerer Stromkreise eines eigensicheren Betriebsmittels von demjenigen des Betriebsmittels ab, so ist dieses abweichende Schutzniveau in eckige Klammern zu setzen. | |
* Temperaturklasse bzw. maximale Oberflächentemperatur je nach Lampenbestückung unterschiedlich |
Anwendung des § 4 Abs. 5 der 11. GPSGV | Anhang 4 |
Nach § 4 Abs. 5 Explosionsschutzverordnung (ExVO, 11. GPSGV) können die zuständigen Behörden auf Antrag das Inverkehrbringen von Geräten, Schutzsystemen und Vorrichtungen gestatten, ohne dass ein Konformitätsbewertungsverfahren nach Richtlinie 94/9/EG angewendet wird.
Damit verbunden entfällt die ggf. erforderliche Einbeziehung einer zugelassenen Stelle.
Mit § 4 Abs. 5 ExVO wird die Regelung von Art. 8 Abs. 5 der Richtlinie 94/9/EG in deutsches Recht umgesetzt.
Nach RL 94/9/EG ist diese Ausnahmeregelung möglich:
Diese Bestimmung könnte in sicherheitsrelevanten Fällen angewendet werden, in denen die betreffenden Produkte dringend benötigt werden und nicht genug Zeit besteht, um die kompletten Konformitätsbewertungsverfahren zu durchlaufen (oder diese Verfahren abzuschließen). Im Hinblick auf die Bedingungen für die eingeschränkte Anwendung ist deutlich zu machen, dass die Nutzung dieser Klausel die Ausnahme bleiben muss und kein normales Verfahren werden darf.
Die Ausnahmegenehmigung nach § 4 Abs. 5 ExVO zielt ab auf
Die Sicherheit wird in diesem Fall auf andere Weise (z.B. besonders geschultes Personal, Abnahmeprüfung durch eine ZÜS) gewährleistet. Diese Bedingungen sind in den Nebenbestimmungen der Ausnahmegenehmigung festzuschreiben.
Die Ausnahmegenehmigung nach § 4 Abs. 5 ExVO ist nicht geeignet, einem Unternehmen das Inverkehrbringen einer Produktreihe oder Produktsystems ("Baukasten") zu gestatten. Es handelt sich jeweils um eine Entscheidung im Einzelfall.
Beschluss des Arbeitsausschusses Marktüberwachung, 14. Sitzung (23./24.05.2007)
Inverkehrbringen von elektrischen und Dampfbegleitheizungen | Anhang 5 |
Elektrische Begleitheizungen
1. Elektrische Begleitheizungen sind hinsichtlich des Inverkehrbringens als kombinierte Geräte (Baugruppe) zu behandeln. Es genügt dabei nicht, wenn für die für den Explosionsschutz relevanten Komponenten der Baugruppe - soweit erforderlich - eine EG Baumusterprüfbescheinigung vorliegt, weil sich die Temperaturklasse der Heizung erst durch die richtige Auslegung und Festlegungen in der Betriebsanleitung zur Installation (z.B. Positionierung der Temperaturfühler des Temperaturbegrenzers) ergibt.
2. Der Hersteller der Baugruppe muss dabei für den Zusammenbau die zutreffenden Konformitätsbewertungsverfahren für elektrische Geräte gemäß RL 94/9/EG anwenden. Dies sind für elektrische Geräte der Kategorie 2 das Verfahren der EG-Baumusterprüfung in Verbindung mit dem Verfahren der Konformität mit der Bauart gemäß Anhang VI oder dem Verfahren der Qualitätssicherung der Produkte nach Anhang VII. Anwendung der Module oder das Verfahren der EG-Einzelprüfung nach Anhang IX der Richtlinie 94/9/EG.
3. Für das Verfahren der Baumusterprüfung sind zu unterscheiden:
a) Konstruktionsprinzip "Selbstbegrenzung"
"Normale" Baumusterprüfung möglich, da die Temperaturklasse sich direkt aus der Konstruktion des Heizbandes ergibt. Vom Hersteller wird die Heizung als Bausatz mit EG-Konformitätserklärung an den Installateur geliefert. Die Installation und die Inbetriebnahme können durch eine Elektrofachkraft mit allgemeinen Kenntnissen zum Explosionsschutz erfolgen.
b) Konstruktionsprinzip "stabilisierendes Design" und "Temperaturüberwachung"
Die EG-Baumusterprüfung erfolgt für ein (Baukastensystem), bei dem sich die Temperaturklasse der Heizung erst durch die richtige Auslegung und Installation (z.B. Ausführung der "Heißstelle", Positionierung des Temperaturfühlers) ergibt. Der Hersteller des Systems hat in der Betriebsanleitung genaue Angaben zur Auslegung und Installation sowie zur erforderlichen Qualifikation des Installateurs/Installationsbetriebes zu machen. Ggf. ist ein Auslegungsprogramm bereitzustellen. In der Betriebsanleitung kann eine Auditierung des Installationsbetriebes verlangt werden. Diese Angaben sind im Rahmen der EG-Baumusterprüfung mit zu überprüfen. Das Ergebnis ist ein sogenannter "Systemschein".
Das Inverkehrbringen erfolgt als vorkommissionierter Bausatz mit Konformitätserklärung und Fabrikschild.Hinweis: Die Installation und Inbetriebnahme eines Systems "Stabilisierendes Design" muss mindestens von einer "Elektrofachkraft mit zusätzlichen Kenntnissen zum Explosionsschutz und zur elektrischen Begleitheizungstechnik " erfolgen. Die Installation und Inbetriebnahme eines Systems "Temperaturüberwachung" ist nur durch einen Fachbetrieb für explosionsgeschützte elektrische Begleitheizungssysteme" zulässig. Die Qualifikationen sind in der Empfehlung VE 25 des Verbandes der industriellen Energie - und Kraftwirtschaft e. V. (VIK) näher erläutert.
4. In begründeten Ausnahmefällen kann das Inverkehrbringen der Baugruppe gemäß § 4 Abs. 5 ExVO gestattet werden (insbesondere bei wesentlicher Veränderung oder Umbau bereits in Verkehr gebrachter elektrischer Begleitheizungen). Damit kann ermöglicht werden, dass elektrische Heizungen bei technischen Problemen bei Bedarf schnell erneuert werden können, ohne dass z.B. der Inhalt einer Rohrleitung fest wird oder einfriert. Hierbei sollten die einzelnen Bestandteile den gesetzlichen Vorgaben entsprechend in Verkehr gebracht worden sein.
Dampf-Begleitheizungen
Beschluss des Arbeitsausschusses Marktüberwachung, 14. Sitzung (23./24.05.2007)
EG-Konformitätserklärung nach RL 94/9/EG | Anhang 6 |
Vorschlag für Form, Aufbau, Inhalt
Dokumentenform:
Fußnoten:
1) | Der Hersteller kann entscheiden, ob er für die anzuwendenden Richtlinien getrennte Konformitätserklärungen erstellt, in diesem Fall muss aus den Konformitätserklärungen jeweils hervorgehen, welche Richtlinien befolgt werden. Es ist auch möglich, eine zusammenfassende Konformitätserklärung auszustellen |
2) | Name des Herstellers oder seines in der Gemeinschaft Bevollmächtigten |
3) | Die Einschaltung "Benannter Stellen" für die EG-Baumusterprüfung und ein entsprechendes QM-Modul ist für die Kategorie 1 (elektrische und mechanische Produkte) so wie für die Kategorie 2 (z.B. für elektrische Produkte und vorgeschrieben. |
4) | Normen bzw. Spezifikationen zur Maschinensicherheit müssen nicht genannt werden; die Nennung harmonisierter (Produkt-) Normen ist aber zu empfehlen. |
Liste der Notifizierten Stellen nach Richtlinie 94/9/EG | Anhang 7 |
Body type | Name | Country |
NB 0026 | AIB-VINÇOTTE INTERNATIONAL S.A. | Belgium |
NB 0029 | APRAGAZ A.S.B.L. | Belgium |
NB 0034 | TÜV SAARLAND E.V. | Germany |
NB 0035 | TÜV RHEINLAND INDUSTRIE SERVICE GMBH - TÜV Rheinland Group | Germany |
NB 0038 | Lloyd's Register Verification Limited | United Kingdom |
NB 0044 | TÜV NORD CERT GmbH | Germany |
NB 0051 | IMQ ISTITUTO ITALIANO DEL MARCHIO DI QUALITÄ S.P.A. | Italy |
NB 0066 | ISTITUTO DI CERTIFICAZIONE EUROPEA PRODOTTI INDUSTRIALI S.P.A. | Italy |
NB 0080 | INSTITUT NATIONAL DE L'ENVIRONNEMENT INDUSTRIEL ET DES RISQUES | France |
NB 0081 | LABORATOIRE CENTRAL DES INDUSTRIES ELECTRIQUES | France |
NB
0086 | BSI PRODUCT SERVICES | United Kingdom |
NB 0100 | ISTITUTO SUPERIORE PREVENZIONE E SICUREZZA DEL LAVORO | Italy |
NB 0102 | PHYSIKALISCH-TECHNISCHE BUNDESANSTALT-- (PTB) | Germany |
NB 0123 | TÜV SÜD Product Service GmbH | Germany |
NB 0158 | DEKRA EXAM GmbH Zertifizierungsstelle | Germany |
NB 0163 | LABORATORIO OFICIAL JOSE MARIA DE MADARIAGA | Spain |
NB 0344 | KEMA Quality B.V. | Netherlands |
NB 0359 | INTERTEK TESTING & CERTIFICATION LTD | United Kingdom |
NB 0391 | FACHAUSSCHUß FLEISCHWIRTSCHAFT PRÜF- UND ZERTIFIZIE- RUNGSSTELLE IM BG-PRÜFZERT | Germany |
NB 0396 | TEKNOLOGISK INSTITUT - Sekretariat for Typeafprøvning | Denmark |
NB 0398 | CPM - ISTITUTO RICERCHE PROVE ED ANALISI SRL | Italy |
NB 0402 | SP Sveriges Tekniska Forskningsinstitut AB | Sweden |
NB 0408 | TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH | Austria |
NB 0425 | ICIM - ISTITUTO DI CERTIFICAZIONE INDUSTRIALE PER LA MEC- CANICA S.P.A. | Italy |
NB 0470 | NEMKO AS | Norway |
NB 0492 | INSTITUT SCIENTIFIQUE DES SERVICES PUBLICS - SIEGE DE COLFONTAINE | Belgium |
NB 0496 | DNV - MODULO UNO SCARL | Italy |
NB 0499 | SOCIETE NATIONALE DE CERTIFICATION ET D'HOMOLOGATION S.À.R.L. (SNCH) | Luxembourg |
NB 0518 | SIRA CERTIFICATION SERVICE | United Kingdom |
NB 0537 | VTT (TECHNICAL RESEARCH CENTRE OF FINLAND) | Finland |
NB 0539 | UL INTERNATIONAL DEMKO A/S | Denmark |
NB 0575 | DET NORSKE VERITAS AS | Norway |
NB 0588 | FORSCHUNGSGESELLSCHAFT FÜR ANGEWANDTE SYSTEMSICHER- HEIT UND ARBEITSMEDIZIN mbH | Germany |
NB 0589 | BUNDESANSTALT FÜR MATERIALFORSCHUNG UND PRÜFUNG (BAM) | Germany |
NB 0637 | IBEXU- INSTITUT FÜR SICHERHEITSTECHNIK GMBH, INSTITUT AN DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT - BERGAKADEMIE FREIBERG | Germany |
NB 0722 | CESI (CENTRO ELETROTECNICO SPERIMENTALE ITALIANO) GIA- CINTO MOTTA SPA | Italy |
NB 0820 | ZELM EX PRÜF- und ZERTIFIZIERUNGSSTELLE | Germany |
NB 0891 | TRaC EMC & SAFETY LTD | United Kingdom |
NB 0948 | TUV ITALIA SPA | Italy |
NB 1026 | FYZIKALNE TECHNICKY ZKUSEBNI USTAV S.P. | Czech Republic |
NB 1131 | CONSORZIO EUROPEO CERTIFICAZIONE - CEC | Italy |
NB 1180 | BASEEFA LIMITED | United Kingdom |
NB 1254 | QS Zürich AG | Switzerland (MRA) |
NB 1258 | ELECTROSUISSE SEV | Switzerland (MRA) |
NB 1293 | EVPU a.s. | Slovakia |
NB 1304 | SLOVENIAN INSTITUTE OF QUALITY AND METROLOGY - SIQ | Slovenia |
NB 1354 | Technicka inspekcia a.s. | Slovakia |
NB 1370 | BUREAU VERITAS ITALIA S.P.A. | Italy |
NB 1418 | EXVA ROBBANASBIZTOS BERENDEZESEK VIZSGALO ALLOMASA KFT. | Hungary |
NB 1433 | URZAD DOZORU TECHNICZNEGO | Poland |
NB 1453 | GLÖWNY INSTYTUT GÖRNICTWA | Poland |
NB 1456 | INSTYTUT TECHNIKI GORNICZEJ KOMAG | Poland |
NB 1461 | OSRODEK BADAN ATESTACJI I CERTYFIKACJI OBAC SP. Z.O.O. | Poland |
NB 1547 | INOVA CENTRUM INNOWACJI TECHNICZNYCH SP. Z O.O. | Poland |
NB 1637 | SGS-TÜV GMBH | Germany |
NB 1712 | EPSILON TECHNICAL SERVICES LTD | United Kingdom |
NB 1725 | FM APPROVALS LTD. | United Kingdom |
NB 1809 | Institutul National de Cercetare-Dezvoltare pentru Securitate Miniera si Protectie Antiexploziva | Romania |
NB 1877 | "MINPROEKT" JSC - Division "Scientific and Research Activity" | Bulgaria |
NB 2057 | JEDNOSTKA OPINIUJACA, ATESTUJACA I CERTYFIKUJACA WYROBY TEST SP. Z O.O. | Poland |
ENDE |